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Die Geheimsprache der Chefetage

Die Geheimsprache der Chefetage

Wir alle kennen doch diese versteckten Äußerungen im Arbeitszeugnis, die eigentlich nett klingen, in Wirklichkeit aber die Leistung des Arbeitnehmers als unterirdisch darstellen. „Sie war stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden“ oder „Die Aufgaben hat er zu unserer Zufriedenheit bearbeitet“ scheinen auf den ersten Blick positiv formuliert, heißen aber übersetzt aus der Chef-Sprache Schulnote 6 bzw. 4. Im Büroleben gibt es also eine ganz klare Geheimsprache, die allerdings nicht nur das Arbeitszeugnis betrifft. Häufig sagen auch Chefs gerne mal das eine, meinen aber das andere. Oder kommt Ihnen Folgendes nicht bekannt vor: „Kommen Sie doch mal bitte kurz her, wenn Sie eine Minute Zeit haben.“ Soll heißen: „Jetzt sofort. Und da wo es nicht glatt ist, können Sie rennen.“ Aber da hört es nicht auf, denn selbst Mimik und Gestik in einem Meeting sagen etwas zwischen den Zeilen aus. Bei so viel Geheimzeichen und versteckten Bedeutungen kann man schnell mal den Überblick verlieren. Aber keine Sorge, wir klären Sie auf, damit Sie ab jetzt fließend Büro-Geheimsprache sprechen.

Geheimnis

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Fangen wir mal mit dem Elefanten im Porzellanladen an: dem Arbeitszeugnis. Jeder weiß, dass hier Subtext seinen großen Auftritt hat. Und das trotz eines offiziellen Verbotes, denn laut Gewerbeordung ist die Verwendung eines Geheimcodes nicht zulässig. Paragraph 109 sagt ganz klar aus, dass in einem Zeugnis keine Formulierungen stehen dürfen, die nach dem Wortlaut das eine sagen, aber das andere meinen. Dabei sind zum Beispiel Formulierungen wie „Sie verstand es, die Arbeit erfolgreich zu delegieren.“ gemeint, was natürlich im Subtext eine ganz andere Bedeutung hat – „Sie war faul und schob die Arbeit auf andere ab“. Selbst gute Wünsche für die Zukunft sollten in einem Arbeitszeugnis mit Vorsicht behandelt werden, denn wenn der ehemalige Arbeitgeber einem viel Gesundheit wünscht, kann das direkt als „Er kränkelte oft.“ interpretiert werden. Immer mehr werden Zeugnisse, die durch Geheimcodes negativ wirken, an Arbeitsgerichten angefochten – im Jahr gibt es dazu bis zu 10.000 Prozesse. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Ihre bisherigen Zeugnisse positiv sind, dann finden Sie im Internet bereits diverse Websites, die den Code entschlüssen und eine Einschätzung der Note geben.

Jura

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Reden wir kurz einmal über Mimik und Gestik. Natürlich entschlüpft uns allen mal ein kleines Gähnen in einem Meeting, weil das Baby gestern Nacht wieder ununterbrochen geschrien hat oder weil die Nachbarn von oben eine spontane Party geschmissen haben – und das ist auch garnicht das Problem. Vielmehr geht es um die Sitzhaltung, die Armhaltung und natürlich die generelle Mimik, denn plötzlich demonstriert man Desinteresse, ohne es zu wollen. Generell ist der Tipp, dass man im Meeting NIEMALS die Arme verschränken sollte und gerade oder leicht nach vorne gebeugt sitzen sollte, um so ein Interesse an dem Gesagten zu demonstrieren. Und natürlich kommt ein glasiger Blick auch nicht unbedingt super bei den Vorgesetzen an. Bereits unsere Körpersprache signalisiert eine Art Geheimsprache – aber beim tasächlich Gesagten wird es noch komplizierter.

Meeting

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Chefs können toll sein, ihre Angestellen super unterstützen und Projekte richtig nach vorne bringen. Oder sie können ein Buch mit sieben Siegeln sein und man weiß nie wirklich, was sie meinen. Vor ein paar Jahren wurden im Rahmen der Fernsehserie Stromberg bereits die nettesten Sprüche von Chefs und ihren Übersetzungen herausgebracht. Mal gucken, ob Sie in dem einen oder anderen Szenario Ihren Vorgesetzen wiedererkennen, denn häufig hört man doch den Satz „Ich verstehe Ihren Standpunkt“. Gemeint ist damit aber nicht selten „Er interessiert mich aber nicht“. Oder wie wäre es mit dem Beispiel: „Wir sind hier alle eine große Familie!“, was soviel heißt wie „ Ich bin das Familienoberhaupt und solange Sie Ihre Füße unter meinen Tische stellen…“. Häufig entschlüsselt man erst nach Jahren im Betrieb, wie der eigene Chef so tickt bzw. was viellleicht wirklich mit einigen Aussagen gemeint ist. Aber immerhin dauert so ein Arbeitsleben ja auch um die 40 Jahre – genug um auch die letzten Büro-Geheimnisse zu entschlüsseln.

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Damit Ihr Chef oder Ihre Kollegen garnicht erst einen Grund haben, Bemerkungen abzulassen, bringen Sie doch einfach Ordnung in Ihren Arbeitsalltag. Wir haben Schnellhefter, Ordner und Ablagesysteme für Sie – so gehen keine wichtigen Unterlagen mehr verloren.

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Paragraph 109 sagt ganz klar aus, dass in einem Zeugnis keine Formulierungen stehen dürfen, die nach dem Wortlaut das eine sagen, aber das andere meinen.
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