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Ordnung ist das halbe Leben. Ein Interview mit einem Aufräumcoach.

Ordnung ist das halbe Leben. Ein Interview mit einem Aufräumcoach.

„Ordnung ist das halbe Leben.“ Diesen Spruch haben Sie sicher auch schon oft genug gehört. Einmal so richtig auszumisten, das nehmen wir uns alle sicherlich öfter mal halbherzig vor und schieben es dann doch wieder auf die lange Bank, weil andere Dinge dazwischen kommen oder im Moment wichtiger erscheinen. Haben Sie gewusst, dass es Personen gibt, die sich beruflich aufs Aufräumen spezialisiert haben? Wir haben mit genau so einer Persönlichkeit ein Interview geführt: Rita Schilke ist Aufräumcoach. Die sympathische Berlinerin erarbeitet gemeinsam mit Ihren Kunden einfache aber effektive Wege um den guten Vorsatz, Ordnung zu halten, auch langfristig umzusetzen. 

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Viking: Wie würden Sie Ihren Job in drei Sätzen beschreiben?

Rita Schilke: Ich unterstütze Menschen dabei, in ihrer Wohnung Ordnung mit System herzustellen und diese auf Dauer zu halten. Wesentliche Faktoren sind dabei das Loslassen von nicht mehr benötigten Dingen, Herstellen eines Systems für eine gute Ordnung in allen Wohn- und Arbeitsbereichen und das Einüben von neuen Ritualen, wie z.B. Dinge an ihren Platz sofort zurückzulegen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Ich unterstütze meine Klienten mit tatkräftigem Einsatz und gebe während wir gemeinsam aufräumen viele Hinweise und Tipps und begleite sie in dem zum zuweilen schmerzhaften Prozess des Loslassens.

Viking: Wie ist die Idee entstanden, Aufräumcoach zu werden?

Rita Schilke: Nach einer technischen Ausbildung habe ich viele Jahre praktische Berufserfahrung in Buchhaltung, Logistik, Ordnungsservice, Hauswirtschaft und Hauskrankenpflege gesammelt. Ein Artikel in einer großen überregionalen Tageszeitung brachte mich auf die Idee, meine Fähigkeiten als Aufräumcoach auf ganz neue Weise zu kombinieren und einzubringen. In meiner täglichen Arbeit spüre ich, wie wertvoll meine unterschiedlichen bisherigen Erfahrungen dafür sind. Neu hinzugekommen sind seitdem freilich auch die Erfahrungen als Aufräumcoach mit den vielen verschiedenen Menschen, die ich bereits beim Aufräumen unterstützen und begleiten durfte, einer Arbeit, die mir nach wie vor viel Freude bereitet.

Viking: Welche Hindernisse gab es dabei zu überwinden?

Rita Schilke: Der Aufbau einer professionellen Präsentation im Internet, die Entwicklung eines Businessplans sowie die Erstellung von Marketing Materialien waren zu Beginn meiner Tätigkeit wesentliche Schritte, um bekannt zu werden und einen Kundenstamm aufzubauen.

Viking: Wer sind Ihre Kunden?

Rita Schilke: So unterschiedlich Menschen sein können, so unterschiedlich sind auch meine Kunden: viel beschäftigte Berufstätige, denen in ihren anspruchsvollen Jobs zu wenig Zeit zum Aufräumen bleibt, überlastete Väter und Mütter, die durch die Unterstützung beim Aufräumen mehr Zeit für ihre Familien haben oder auch Teenager und junge Erwachsene, die nie richtig aufräumen gelernt haben, schließlich ältere oder behinderte Menschen, die Mühe haben, selbst Ordnung zu halten.

Viking: Gibt es auch hoffnungslose Fälle?

Rita Schilke: Sicher gibt es Menschen, die sich mit dem Aufräumen schwerer tun als andere, aber einen hoffnungslosen Fall gab es bei mir noch nicht. Klar, dass manche Menschen das von sich denken, aber bis jetzt konnte ich noch jeder und jedem meiner Kunden in ihrer speziellen Situation mit ihrem besonderen Aufräumproblem beistehen und sie auf ihrem Weg des Loslassens und Ordnung Schaffens unterstützen.

Viking: Bitte verraten Sie uns ein paar Tricks, die sofort für sichtbaren Erfolg sorgen.

Rita Schilke: 1. Planen Sie für das Ordnung-halten feste Termine ein!

Einen festen Termin planen, z.B. am Donnerstag um 18 Uhr nehme ich mir eine Schublade oder einen Bereich meines Kleiderschranks vor. Auch der Termin mit einem Aufräumcoach hilft, das zuweilen lästige Thema des Aufräumens endlich anzugehen. Ist ein Termin erst einmal vereinbart, so ist der wichtigste Schritt schon gemacht. Ein regelmäßiges Durchsehen des Kleiderschranks von Schubladen, Küchenschränken etc., z.B. alle zwei Monate finde ich persönlich als sehr geeignet, um erst gar keine Ansammlung von nicht mehr aktuellen Kleidungsstücken entstehen zu lassen.

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2.    Bleiben Sie realistisch!

Realistische und erreichbare Ziele setzen: Jeweils nur einen Schrankbereich, eine Schublade aufräumen und aussortieren, nicht gleich alle Fächer.

3.    Gönnen Sie sich eine Belohnung!

Sich nach dem geschafften Aufräumen (z.B. einer Schublade, eines Schrankes) für die getane Arbeit zu beschenken z.B. mit der Einladung einer Freundin, einem Kinoabend oder einem schönen Spaziergang, kann das regelmäßige Aufräumen zum Teil eines schönen Rituals werden lassen.

Viking: Was war Ihr bisher größter Erfolg in Ihrem Job?

Rita Schilke: Wenn ich zu einem Kunden komme, ist gleich nach dem ersten Termin der Erfolg sofort sichtbar. Meist verlasse ich nach dem Einsatz die Wohnung mit ein oder mehreren gefüllten Müllsäcken. Sehr gefreut habe ich mich, nachdem ich einen jungen Mann in das Aufräumen und Ordnung halten einführen konnte, der das auf Grund seiner persönlichen Umstände nie gelernt hatte.

Viking: Was ist Ihr Lieblingsbüroartikel, auf den Sie nicht mehr verzichten können?

Rita Schilke: Neben dem Kalender in meinem Smartphone führe ich parallel immer auch einen Papierkalender, um alle Termine schnell im Blick zu haben. Ansonsten nutze ich meinen Laptop für den Mailverkehr mit meinen Kundinnen und Kunden und eventuell für Recherchen für Besonderheiten.

Viking: In der Vergangenheit hat man schon von Fahrschullehrern gelesen, die als Privatperson Verkehrssünder waren. Wie sieht das bei Ihnen aus? Wenden Sie ihre Prinzipien auch an oder können Sie daheim auch mal über Unordnung hinwegsehen?

Rita Schilke: Ja, meine Prinzipien wende ich in meiner Wohnung selbst auch an. Allen, die mich danach fragen und die gerne wissen wollen „Wie aufgeräumt ist es eigentlich beim Aufräumcoach“ antworte ich mit folgenden Prinzipien, verbunden mit Ideen zum Nachahmen.

1.    Genügend Platz für die Ablage

Als erste Voraussetzung für ein aufgeräumtes Zuhause habe ich in meiner Wohnung genug Platz, um die Dinge, die mir wichtig sind und die ich wirklich benötige, übersichtlich und systematisch zu verstauen. Das ist also die erste, wichtige Voraussetzung, damit Ordnung geschaffen werden kann in Bücherregalen und Schränken, in Schubladen, auf Schreibtischen und auch in Kellerabteilen.

2.    Sofort aufräumen als gute Gewohnheit

Was ich wirklich jedem empfehlen kann und was ich selbst konsequent einhalte: die Dinge, die ich gerade verwendet habe, an ihren Platz zurückzustellen, nachdem ich sie nicht mehr brauche. Sie immer gleich aufzuräumen und schöne Plätze für die Dinge zu finden, die mir wichtig sind, ist die zweite Geheimnisformel, die mir dabei hilft, dass ich immer in einer harmonisch aufgeräumten Wohnung lebe.

3.    Ausmisten können heißt entscheiden können

Auch wenn es für alles genügend Platz gibt, wird es hin und wieder notwendig, systematisch Schränke auszumisten, die Kleidung durchzusehen und die Zimmer gründlicher aufzuräumen. Meist starte ich auch bei mir alle drei Monate so einen Check.
Das Wichtigste dabei ist das Entscheidenkönnen, denn zu langes Zögern würde dazu führen, dass ich meine Entscheidung hinausschiebe und sich die Dinge doch wieder stapeln würden. Ich selbst bin ein sehr entscheidungsfreudiger Mensch und erlebe immer wieder, wie befreiend und wohltuend es ist, sich nach so einer Ausmistaktion in der immer wieder neuen Klarheit in meiner schönen Wohnung aufzuhalten. Und diese Fähigkeiten stelle ich meinen Klientinnen und Klienten gern zur Verfügung.

Viking: Wie schalten Sie nach einem Arbeitstag ab?

Rita Schilke: Die Arbeit mit meinen Klientinnen und Klienten ist für diese wie für mich oft sehr bewegend und insofern mental und körperlich anstrengend. Umso wichtiger sind Entspannung und körperliche Fitness für mich, sei es über Yoga oder Muskeltraining, Schwimmen, Segeln oder auch Schachspielen.

Viking: Vielen Dank für das Interview.

Was ist Ihr ultimativer Tipp, um Ordnung zu schaffen? Wir sind gespannt, Ihre Antworten auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter zu lesen

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