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Mittagspause mal anders

Mittagspause mal anders

Das Klappern von Besteck, der Geruch von Frittierfett, der neueste Klatsch und Tratsch aus dem Büro und zum Nachtisch Schokopudding – so oder so ähnlich dürfte die Mittagspause unzähliger Angestellter aussehen oder zumindest einmal ausgesehen haben. Denn längst hat sich herumgesprochen, dass es gesündere und vor allem erholsamere Pausenaktivitäten gibt, als in der Firmenkantine ein Schweineschnitzel mit Pommes zu vertilgen und sich danach mit einem halben Liter Kaffee vor dem drohenden Nachmittagskoma zu retten. Nicht nur haben etliche Kantinenbetreiber mittlerweile eingesehen, dass sie den Büroarbeitern, deren sportlichste Aktivität zwischen neun Uhr morgens und sechs Uhr abends meist der Gang zum Kopierer ist, mit einem ausschließlich deutsche Hausmannskost umfassenden Menü nicht unbedingt einen Gefallen tun. Die meisten modernen Büromenschen verspüren auch selbst wenig Lust montags bis freitags von zwölf bis eins mit denselben Kollegen bei demselben panierten Cordon bleu über dieselben durchgekauten (Arbeits-)Themen zu reden.

 

Quelle: https://www.flickr.com/photos/nexus_icon/ via Creative Commons

Quelle: https://www.flickr.com/photos/nexus_icon/ via Creative Commons

 

Aber was sonst kann man mit dieser einen Stunde Zeit, der einen Stunde Freiheit im Arbeitsalltag, die doch vornehmlich der Erholung dienen soll, aber oftmals selbst in Networking-Stress oder aber Langeweile ausartet, anstellen? Was hilft den Kopf wirklich freizubekommen, Stress abzubauen und mit neuer Energie weiterzuarbeiten? Wir haben einige Tipps und Ideen für eine entspannte oder aber je nach Laune auch sinnvoll verbrachte Mittagspause zusammengestellt, die das Nachmittagstief überwindbar erscheinen lassen.

 

Kulturpackung in der Mittagspause

Den Museumsbesuch fürs Wochenende aufsparen? Müde am Abend ins Theater gehen? Das Konzert, auf das man sich so gefreut hat, dann doch nicht im Terminkalender unterbringen? Das muss nicht sein. Auch in die einstündige Mittagspause kann man ganz schön viel Kultur packen – und sich dabei neue Inspiration holen, die Arbeit mal Arbeit sein lassen. In immer mehr deutschen Städten werden halbstündige literarische Lesungen in der Mittagszeit angeboten. Die Berliner Philharmoniker veranstalten ebenso wie die Kölner Philharmonie kostenlose Lunchkonzerte und das Nürnberger Museum für Kommunikation bietet Expressführungen für die Mittagspause zu wechselnden Themenbereichen. Und das sind nur einige Beispiele. Wer ein wenig recherchiert, dürfte auch in der eigenen Stadt kulturelle Angebote finden, die sich zeitlich gut in die Pause integrieren lassen und gehaltvoller sein dürften als so manche Kantinenmahlzeit.

 

Quelle: Christoph Müller-Girod  via Creative Commons

Quelle: Christoph Müller-Girod via Creative Commons

 

Den Stress einfach wegtanzen

Das ist das Konzept der Lunch Beat Partys aus Schweden. In wechselnden Locations wird mittags eine Stunde lang durchgetanzt – mit alkoholfreien Drinks, versteht sich. Die Regeln, die man auf der Webseite findet, sind ganz einfach: „You don’t talk about your job at Lunch Beat“, und „If you are getting too tired to actually dance at Lunch Beat, please have your lunch at some other place”. Leider konnte sich die Idee trotz großflächiger Medienberichterstattung in Deutschland bislang nicht so ganz durchsetzen, wie man auf der Seite von Lunch Beat Berlin lesen kann. Die Idee ist trotzdem spannend – und vielleicht wird sie ja bald einmal neu aufgelegt. Dann hoffentlich mit größerem Erfolg.

 

Yoga zum Entspannen, Steppen für die Kondition

Immer mehr Fitnessstudios bieten halbstündige Kurse rund um die Mittagszeit an und auch das ein oder andere große Unternehmen springt auf den Zug auf und lässt seine Mitarbeiter in der Pause die Muskeln trainieren. Und was könnte es besseres geben, als den Bürostuhl zu verlassen, um Pause vom ständigen Sitzen zu machen? Durch Sport bekommt man bekanntlich nicht nur den Kopf frei. Auch Rückenschmerzen und andere Wehwehchen lassen sich durch ausreichend Bewegung oftmals vermeiden. Und vielleicht findet sich ja auch der ein oder andere Kollege, der ebenfalls Lust auf Bauch, Beine, Po hat.

 

Quelle: https://www.flickr.com/photos/gammaman/ via Creative Commons

Quelle: https://www.flickr.com/photos/gammaman/ via Creative Commons

 

Diejenigen Unsportlichen unter uns, für die Fitnessstudios Stress und schon das Zusammenpacken der Sportklamotten äußerste Überwindung bedeuten, sollten sich aber besser nicht zum Sport in der Mittagspause zwingen. Schließlich soll diese eher der Erholung als der Selbstoptimierung dienen. Ein Spaziergang bei gutem Wetter hilft übrigens ebenfalls die Nachmittagsmüdigkeit zu bekämpfen – und ist für Sportmuffel unter Umständen die bessere Alternative.

 

Auf einen Kaffee mit entfernten Bekannten

Wie viele Bekannte, die eigentlich zu Freunden werden könnten, verliert man aus Zeitmangel aus den Augen? Vermutlich viel zu viele. Schließlich sind auch unsere Abende meist vollgepackt mit Verpflichtungen und die Wochenenden gehören der Familie oder engen Freunden. Aber vielleicht arbeitet der ein oder andere entfernte Bekannte, ehemalige Kollege oder alte Schulfreund ja gar nicht weit vom eigenen Büro entfernt? Dann nichts wie los ins nächste Café oder zum Italiener um die Ecke. Mittagspausen haben nämlich genau die richtige Länge um ein wenig Smalltalk auszutauschen, den Anderen auf den neuesten Stand zu bringen und sich vielleicht dann doch noch für den nächsten Samstag zu verabreden. Und falls es leider wider Erwarten nicht wirklich etwas zu erzählen gibt? Dann muss man wenigstens nach einer Stunde – ganz ohne peinliches Erfinden von Ausreden – wieder zurück ins Büro.

 

Quelle: Sascha Kohlmann via Creative Commons

Quelle: Sascha Kohlmann via Creative Commons

 

 Friseur, Maniküre, Arzttermin – so viel „To Do“ passt in eine Stunde

Zugegeben, es gibt schönere Mittagspausenbeschäftigungen als den Wocheneinkauf zwischen zwei Meetings zu packen. Manchmal kann es aber auch Stress abbauen, wenn man einen Haken auf der To Do-Liste setzen und sich damit auf einen entspannteren Abend ohne etliche Termine freuen kann. Und was spricht dagegen, den Friseurtermin, bei dem man ja meistens auch eine nette Kopfmassage bekommt, in der Mittagspause wahrzunehmen oder nach den passenden Schuhen für den Ausflug am Wochenende Ausschau zu halten? Wer Vollzeit arbeitet, kommt meistens sowieso nicht ganz drumrum auch eher unangenehme Termine in die Zeit zwischen zwölf und zwei zu quetschen. Vielleicht lässt sich der Weg dahin aber ja zumindest mit einer Eiswaffel oder einem Milchkaffee to go und die Wartezeit mit der Lieblingszeitschrift versüßen.

 

Kochen mit den lieben Kollegen

Viele Firmen haben keine (gute) Kantine, dafür aber eine passabel ausgestattete Kaffeeküche inklusive Herd oder Mikrowelle. Und viele Kollegen können erstaunlich gut kochen. Mit ein bisschen Planung lässt sich ein Einkauf der wichtigsten Zutaten ebenso bewerkstelligen wie die Rezeptwahl – beim Abspülen kann man sich ja abwechseln. So kommt man nicht nur in den Genuss unbekannter Kochkünste. Kochen mit den Kollegen erspart den Weg in die Kantine oder ins Restaurant, schont den Geldbeutel (es müssen ja nicht immer Garnelen sein) und macht in den allermeisten Fällen auch richtig Spaß. Und wer möchte den eigenen Vorgesetzten nicht gerne einmal beim Scheitern am Kochen von Spaghetti Bolognese beobachten? Nudeln richtig al dente hinzubekommen ist auch für Chefs gar nicht so einfach.

 

 

Auch in die einstündige Mittagspause kann man ganz schön viel Kultur packen – und sich dabei neue Inspiration holen, die Arbeit mal Arbeit sein lassen.
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