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Slow down – Büro-Dasein vor 20 Jahren

Slow down – Büro-Dasein vor 20 Jahren

Es hat eine Zeit gegeben, zu der Arbeit und Platz noch untrennbar zusammengehörten. Computer gab es lediglich auf dem Schreibtisch, und auf dem Weg nach Hause war Feierabend. Sie erinnern sich nicht mehr daran? Dabei ist das gar nicht so lange her. Gerade mal zwanzig Jahre liegen zwischen diesem Szenario und dem heutigen Rund-um-die-Uhr-Multifunktions-Büro im Taschenformat.

Die Ruhe vor dem Sturm

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Zu Beginn der Neunziger Jahre ersetzt der Computer die guten alten Schreib- sowie Rechenmaschinen und das Kohlepapier für Vervielfältigungen. Damit hat der Aktenordner zwar nicht die Hoheitsgewalt über den Büroschrank verloren, teilt sich aber den Platz mit Floppy Disks. Notizen werden fortan nicht mehr gesammelt, sondern gespeichert. Der elektronische Datenträger sorgt für Sicherungskopien der digitalen Daten: Besonders beliebt wird die Diskette, nachdem man erste Erfahrungen mit spontan abstürzenden Rechnern und dadurch verlorenen Datensätzen gemacht hat. Erst die CD-ROM, eine Erweiterung der CD, verdrängt die Diskette ab Mitte der Neunziger aufgrund ihrer höheren Speicherkapazität aus den Büros.

Blinde Arbeitswut …

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Doch der PC als Massengut bringt noch weitere Veränderungen mit sich: Architekten konzipieren zukünftige Arbeitsräume nun besonders lichtgeschützt und abgedunkelt, um Spiegelungen und Blendungen auf dem noch klobigen Bildschirm zu vermeiden. Starkes künstliches Licht soll den Mangel an Tageslicht kompensieren und setzt gleichzeitig die breiten Rauchschwaden, welche die Büros noch durchziehen dürfen, gekonnt in Szene. Der Vorteil an der Zigarette am Schreibtisch: Man verliert keine Arbeitszeit. Das passt gut zu der immer schnelllebiger werdenden Bürozeit – Schnurlostelefone, Handys und Notebooks unterstützen diese Entwicklung und tragen nach und nach endgültig zur Mobilisierung des Arbeitsplatzes bei.

… mit angezogener Handbremse

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Von einem mobilen Arbeitsplatz, wie wir ihn heute kennen, ist man aber noch weit entfernt: Internet, DSL und W-LAN sind noch nicht geboren, Handys dienen ausschließlich dem Telefonieren und Kurznachrichten schreiben – diese sind jedoch noch auf 160 Zeichen beschränkt. Flatrates gibt es keine. Brockhaus statt Google, Fax statt Email, Overhead-Projektor statt Beamer – so sieht der Arbeitsalltag in den 90ern aus. Nicht einmal den beliebten Coffee-to-go hat es gegeben …

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desk Handys dienten ausschließlich dem Telefonieren und Kurznachrichten schreiben
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