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Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte – Teil 4

Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte – Teil 4

Versicherungen – das Grundwissen

Die Kartons sind noch nicht mal ausgepackt, denn gerade ist man in die erste eigene Wohnung eingezogen und schon passiert es: die Wasserleitung platzt und man steht mit dem Schaden da. Gut, wenn man in diesem Fall eine Hausratsversicherung hat, die den Schaden übernimmt. So ist es im Idealfall, aber was es überhaupt für Versicherungen gibt und wofür sie gut sind, wird einem häufig erst zu spät klar. Mit anderen Worten dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Um das zu vermeiden, beschäftigen wir uns in diesem Teil unserer Themenreihe „Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte“ mit dem Thema Versicherungen. Wir selber sind GDV Logonatürlich keine Experten auf dem Gebiet, aber wir kennen jemanden, der es ist. Hasso Suliak, der Pressesprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat für uns im Interview die wichtigsten Fragen zu Versicherungen beantwortet. Ob Altersvorsorge, Krankenversicherung oder der Schutz bei einem Unfall – danach kann Sie nichts mehr schocken.

Viking: Was genau ist eine Versicherung?

Hasso Suliak: Mit einer Versicherung wird der Eintritt bestimmter Risiken abgesichert. Viele Menschen (die Versicherungsnehmer) zahlen hierzu einen Versicherungsbetrag in einen Geldtopf (Versicherer) ein. Tritt das versicherte Ereignis (z.B. Unfall) dann ein, erhält der Versicherte aus diesem Geldtopf vom Versicherer eine Leistung. Versicherungen abzuschließen macht deshalb Sinn, da man sonst Gefahr läuft, sich im Falle eines Schadens – für den man verantwortlich ist – zu ruinieren.

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Viking: Welche Versicherungen sollte man haben und welche sind vielleicht eher unnötig?

Hasso Suliak: Wir empfehlen, sich zumindest einen Versicherungsschutz zuzulegen, der die wichtigsten existenziellen Risiken abdeckt.  Hierzu gehören neben der obligatorischen Krankenversicherung z.B. folgende Versicherungen:

Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung gilt als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie übernimmt die Kosten, wenn man Anderen Schäden zugefügt hat. Weil diese Kosten im Extremfall existenzbedrohend sein können, brauchen natürlich auch junge Leute den Haftpflichtversicherungsschutz. Kinder und junge Erwachsene sind für einen bestimmten Zeitraum in der Regel über die Eltern haftpflichtversichert.

Berufsunfähigkeitsversicherung: 

Wer dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, kann den Wegfall des Lohns mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kompensieren, die in diesem Fall eine monatliche Rente zahlt.

Unfallversicherung:

Ereignet sich in der Freizeit ein Unfall mit bleibenden Folgen, ist man kaum abgesichert, denn: Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nicht bei Unfällen in der Freizeit.

 Private Altersvorsorge

Es ist ja kein Geheimnis, dass die staatliche Rentenversicherung nicht mehr ausreichen wird, um im Alter finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen. Deshalb sollte man schon möglichst frühzeitig über den Aufbau einer ergänzenden Altersversorgung nachdenken. Aus drei Gründen lohnt sich das besonders für junge Menschen:

    1. Je früher man beginnt, desto mehr staatliche Zulagen erhalten die jungen Sparer.
    2. Junge Sparer profitieren langfristig stärker vom sogenannten Zinseszinseffekt.
    3. Sie brauchen nur eine relativ geringe Eigenleistung, um den vollen Zulagenanspruch zu erhalten.

Hausratversicherung:

Wer nach dem Schulabschluss in eine eigene Wohnung oder in ein WG-Zimmer zieht, sollte über eine Hausratversicherung nachdenken. Der Grund: Wer einen eigenen Hausstand etwa mit neuen Möbeln gründet, ist nicht mehr über die Hausratversicherung der Eltern geschützt. Möblierte Zimmer wie in Studentenwohnheimen gelten hingegen nicht als eigener Hausstand und sind somit über die elterliche Police mit abgedeckt.

Eine Hausratversicherung gewährleistet bei Schäden etwa durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruchdiebstahl Schutz. Nicht uninteressant dürfte auch sein, dass das für junge Menschen oft wichtigste Fortbewegungsmittel, das Fahrrad, über die Hausratversicherung gegen Diebstahl versichert ist. Voraussetzung dafür ist, dass das Rad mit einem eigenständigen Schloss zum Beispiel an einem Baum angeschlossen wurde.

https://www.flickr.com/photos/jakerust/

https://www.flickr.com/photos/jakerust/

Viking: Wie schließt man eine Versicherung ab (und wo bekommt man Hilfe bei Nachfragen)?

Hasso Suliak: In Deutschland gibt es viele kompetente Versicherungsberater und Versicherungsvermittler, an die man sich wenden kann, um den persönlichen Bedarf auszuloten. Oft ist es so, dass die Eltern hier bereits über die entsprechenden Kontakte verfügen. Tipps geben im Übrigen auch die Verbraucherzentralen, die es in allen Bundesländern gibt.

Viking: Sind Versicherungen nur was für Erwachsene und ältere Menschen oder sollten sich auch junge Menschen damit auseinandersetzen?

Hasso Suliak: Es macht für junge Menschen durchaus Sinn, sich frühzeitig mit seinem Versicherungsbedarf auseinanderzusetzen. Bei einigen Produkten, wo die Höhe der Versicherungsbeiträge auch vom Gesundheitszustand abhängt, ist es sogar vorteilhaft, wenn man sie in jungen Jahren abschließt.

Und auch das Thema Altersversorgung sollte man besser nicht zu spät angehen: Denn je später man beginnt, desto mehr Geld muss monatlich aufgewendet werden, um die gewünschte Rentenleistung zu erhalten.

Viking: Kann man sich selbst als junger Mensch eine Versicherung leisten?

Hasso Suliak: Bei einigen Versicherungen ist man als junger Mensch ja oft noch über die Eltern versichert. Doch auch wenn das nicht mehr der Fall ist, sind Versicherungsprodukte für junge Menschen in der Regel viel günstiger als für Ältere.

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Ihre Versicherungsunterlagen sind natürlich wichtige Dokumente, die man sorgsam aufbewahren und abheften sollte. Wir haben Mappen, Ordner und Klarsichthüllen für Sie, damit Sie immer den Überblick behalten.

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Weil Kosten im Extremfall existenzbedrohend sein können, brauchen natürlich auch junge Leute Versicherungsschutz.
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