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„Letztendlich zählt auch außerhalb Deutschlands das Gesamtpaket“

„Letztendlich zählt auch außerhalb Deutschlands das Gesamtpaket“

Graues Wetter, miesepetrige Stimmung im Büro und Lust auf neue Erfahrungen? Wir beschäftigen uns regelmäßig mit dem Thema „Arbeiten im Ausland“ und wie man den Traum vom Job in der Ferne am besten realisieren kann. Denn auf blauäugige Auswanderer wartet leider bereits bei der Bewerbung der ein oder andere Fallstrick. Karolin Mertens ist für die auf Sprachen spezialisierte Recruitment Agentur Career Trotter in Dublin tätig und verrät, wie man die Jobsuche im Ausland richtig angeht.

 

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Quelle: www.careertrotter.eu

 

Viking: Worauf muss man unbedingt achten, wenn man einen Job im Ausland sucht?

Karolin Mertens: „Der wichtigste Punkt ist, sich sicher zu sein, dass man wirklich diesen Schritt wagen möchte, weiß, wohin man gehen möchte und warum man eigentlich ins Ausland will. Außerdem sollte man klare Vorstellungen davon haben, welchen Job man gerne ausüben möchte.

Ein Punkt, der darüber hinaus beachtet werden muss, ist unter anderem, dass eine detailierte Recherche über die Lebenskosten in dem neuem Land durchgeführt werden sollte. Man sollte sich bewusst sein, dass besonders in den ersten Monaten Ersparnisse von großer Bedeutung sind. Durch den Umzug und die Tatsache, dass man kaum Eigentum mit in die neue Heimat nehmen kann, fallen besonders innerhalb der ersten Monate höhere Kosten als gewöhnlich an. Meistens müssen dazu auch eine Kaution und die erste Miete bezahlt, sowie neue Möbel gekauft werden. Man muss sich bewusst sein, dass das erste Gehalt erst am Ende des ersten Arbeitsmonats ausgezahlt wird. Zusammengefasst ist eine gute finanzielle und zeitliche Organisation das A und O. Diese Planung braucht nicht zwangsläufig viel Zeit, muss jedoch gut durchdacht sein. Auch Aspekte wie die Kündigungsfrist im alten Job oder der Wohnung sollten beachtet werden.“

 

Viking: Werden deutsche Qualifikationen im Ausland anerkannt und geschätzt?

Karolin Mertens: „Generell hat das deutsche Bildungssystem im Ausland einen sehr guten Ruf. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die deutsche Sprache, die momentan auf dem internationalen Arbeitsmarkt sehr beliebt ist. Generell sollte man sich jedoch nicht auf seine Zertifikate und Diplome verlassen und sich bewusst sein, dass auch im Ausland besonders auf Berufserfahrungen und Persönlichkeit geachtet wird. Letztendlich zählt auch außerhalb Deutschlands das Gesamtpaket: Ausbildung, Erfahrung und Persönlichkeit.“

 

Viking: Welche Fehler begehen Deutsche häufig bei Bewerbungsgesprächen?

Karolin Mertens: „Deutsche Bewerber müssen sich bewusst sein, dass das Bewerbungsverfahren im Ausland nicht dem entspricht, was sie aus Deutschland kennen und gewohnt sind. Der erste Unterschied ist, dass Bewerbungsverfahren im Ausland meistens deutlich schneller ablaufen als in Deutschland. Man sollte sich folglich nicht zu weit im Voraus auf einen Job im Ausland bewerben. Viele Unternehmen suchen Bewerber, die so schnell wie möglich starten können. Deshalb sollte man generell offen dafür sein, bereits ein paar Wochen nach dem Jobangebot seine Koffer zu packen. Außerdem sollte man ausführlich recherchieren, welche Antworten und welches Verhalten in einem Bewerbungsgespräch erwartet werden. Dies ist je nach Land und Kultur natürlich sehr unterschiedlich. In Irland werden beispielsweise eine freundliche Ausstrahlung und ausführliche, anschauliche Antworten bevorzugt. Generell gilt es also, sich von den nationalen Abläufen und Erwartungen zu lösen und sich der Kultur des Landes, in dem man sich für einen Job bewirbt, zu öffnen.

 

Quelle: www.gotcredit.com via Creative Commons

Quelle: www.gotcredit.com via Creative Commons

 

Viking: Gibt es ein perfektes Alter, um ins Ausland zu gehen?

Karolin Mertens: „Ein perfektes Alter, um ins Ausland zu gehen, gibt es nicht. Es sollte sich einfach richtig anfühlen und man sollte auf eigenen Beinen stehen.“

 

Viking: Wie wichtig ist es, die Sprache des jeweiligen Landes schon im Voraus zu beherrschen?

Karolin Mertens: „Nicht in jedem Land ist es elementar die Sprache zu beherrschen, ein Vorteil ist es jedoch immer. Man sollte jedoch zumindest gute Englischkenntnisse mitbringen, um sich gegebenfalls in dieser Sprache verständigen und mit seinen Kollegen kommunizieren zu können. Dies gilt sowohl für englischsprachige als auch nicht englischsprachige Länder.“

 

Viking: Welche Schritte darf man bei einem Umzug ins Ausland auf keinen Fall vergessen?

Karolin Mertens: „Das ist je nach Land, in das man zieht, unterschiedlich. Generell sollte man sicher gehen, dass man in Deutschland alles geregelt hat, bevor man seine Koffer packt. Man sollte alle Verträge gekündigt haben, egal ob Mietvertrag oder Handyvertrag. Um versicherungstechnisch alles zu klären, empfehlen wir, sich mit einer Kontaktperson der Versicherung zusammenzusetzen und sich beraten zu lassen. Hier sind die Angebote je nach Land und Arbeitgeber sehr unterschiedlich.“

 

  Quelle: Metropolico.org via Creative Commons


Quelle: Metropolico.org via Creative Commons

 

 

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Generell hat das deutsche Bildungssystem im Ausland einen sehr guten Ruf
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