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Vitamin B im Job: Networking ist der neue beste Freund

Vitamin B im Job: Networking ist der neue beste Freund

Warum sind es gerade immer die Promikids, die ebenfalls eine bahnbrechende Karriere haben? Warum startet der Sohn vom Chef schon mit 25 Jahren sein eigenes erfolgreiches Unternehmen? Und warum wird der neue Kollege, der den Abteilungsleiter noch aus der Schulzeit kennt, schon nach ein paar Monaten befördert? Die Antwort ist teilweise sehr einfach: Vitamin B. Wissenschaftler einer Studie für Arbeitsmarkt und Berufsforschung

https://www.flickr.com/photos/jakerust/

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stellten fest, dass Arbeitnehmer, die über Vitamin “B wie Beziehung” einen Job vermittelt bekamen, im Durchschnitt ganze 80.000 Euro jährlich verdienen. Besonders die hochrangigen, gut bezahlten Stellen werden nicht vom Arbeitsamt, sondern über das teils private, teils berufliche Netzwerk vergeben. Freunde und Bekannte stehen also als Karrierebeschleuniger hoch im Kurs. Vitamin B ist zum Teil in die Wiege gelegt, wie etwa bei manchen Hollywood-Stars – wer jedoch nicht mit einem Oscar-Regisseur als Onkel gesegnet wurde, der kann “Networking” auch aus eigener Kraft erlernen, um sich einen Platz im Notizbuch des Vorgesetzten zu erarbeiten und bei der nächsten Gehaltserhöhung nicht übersehen zu werden.

Die Stars machen es vor: Schon von Kind an bekommt man von Pop-Ikonen und Kino-Idolen vorgelebt, wie man sich durch die harte Branche ganz nach oben kämpft – ohne Widerstand und Ellenbogen, dafür aber mit der nötigen Portion Vitamin B. Denn zufällig sitzt bei einer Theateraufführung des jungen Daniel Radcliffe der Produzent David Heyman im Publikum, um ihn für Harry Potter zu entdecken. Flatterte die Theatereinladung aus der Tasche von Radcliffes Mutter, die Casting-Direktorin in Hollywood ist? Hier wurde die Karriereförderung quasi auf dem Weg zum Supermarkt von Mami übernommen– auch nicht schlecht. Nur eine von vielen beruflichen Initialzündungen, die auf Familienbanden beruhen und zeigen, dass selbst die Begabtesten unter uns nicht ohne kräftigen Rückenwind auf der Leiter nach oben klettern.

Hollywood Straßenschild

https://www.flickr.com/photos/shinyasuzuki/

Auch in einem weniger glamourösen Leben abseits des Sunset Boulevards werden berufliche Meilensteine oftmals durch fürsorgliche Mütter gelegt. Vor allem in den USA erweisen sich Mamas als eifrige Karriereförderer, denn sie richten schon nach der Geburt steuerlich begünstigte Konten für ihre Sprösslinge ein, die diese Anlagen später auf Universitäten wie Yale, Harvard und Princeton in Gold verwandeln. In Amerika bestimmen Beziehungen und universitärer Hintergrund noch viel stärker als in Deutschland den Gehaltsspiegel. Doch was, wenn die Mutter keinen ehemaligen Schulkameraden im Manager-Milieu hat und nach der Geburt auch ganz vergessen hat, ein Universitätskonto einzurichten? Dann helfen nur gezieltes Networking und schönster Business-Smalltalk.

In den 90ern war Networking noch keine ausgefeilte Wissenschaft und die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern überschaubar, heutzutage sind Netzwerke viel komplexer. Einflussreiche Kontakte sind zwar schnell aufzuspüren, aber umso anspruchsvoller aufrecht zu erhalten. Auf Business-Meetings oder auch im sozialen Netzwerk eines Unternehmens trifft man schnell den gesprächigen Sales-Manager, der offenherzig seine Abenteuer auf Reisen Preis gibt. Dieser wird sich wahrscheinlich nicht an ein trockenes Fachgespräch im Konferenzraum erinnern, wohl aber an das Gespräch über die eine Strandbar auf den Malediven. Selbst ein zahlenorientierter Bereichsleiter prägt sich einen Wissensaustausch in der Hotel-Lobby nur ein, wenn dieser nicht nur faktisch im Gedächtnis verankert ist. Schafft man es, mit dem Gegenüber eine latente Verknüpfung ins Privatleben herzustellen, sei es nur über gemeinsame Urlaubsvorlieben, so sprechen die Psychologen von einem „emotionalen Investment“, das sich in Geschäftsbeziehungen im besten Fall durch eine Berücksichtigung bei Beförderungen auszahlen kann – wenn man natürlich auch sonst gut in seinem Job ist. Hat man keine Ahnung von Nichts, hilft auch das netteste Gespräch oder der größte Kuchen für den Chef nichts.

 

Kuchenstück

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Sich ein förderliches Netzwerk aufzubauen, verlangt eine gewisse Offenheit, die nicht jeder von Natur aus mit sich bringt. Eine Langzeit-Studie der Universität Essex belegt, dass sich bereits in der Schulzeit die Networking-Fähigkeiten herauskristallisieren. Wer damals einen großen Freundeskreis hatte, der beweist auch später ein lukratives Händchen für soziale Kontakte und bekommt pro Freund im Schnitt 2 Prozent mehr Gehalt. Aber auch stillen Wassern bietet sich die Chance zum Networken, ohne sich dem Vorgesetzten aufzudrängen. Diese können sich durch stete Präsenz als Zuhörer und Berater auf Dauer profilieren und sich so durch solides, verlässliches Auftreten einen Ruf erarbeiten. Bei strategisch wichtigen Kontakten, die sehr gefragt sind, sollte man regelmäßiges und ehrliches Interesse an deren Tätigkeit zeigen.

Eine Frage, die Gold wert sein kann

„Ich habe hier ein sehr komplexes Problem, könnten Sie mir vielleicht bei der Lösung behilflich sein?“ Ob schüchtern oder draufgängerisch, die unverbindliche Bitte um Rat eignet sich bestens als Türöffner. Kaum ein Kollege oder Vorgesetzter wird sich nicht geschmeichelt und zum Helfen berufen fühlen, wenn er bei einer fachlich relevanten Frage unterstützen darf. Hier gilt, wie so oft im Büro: Fragen kostet nichts, kann sich aber auszahlen.

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Schafft man es, mit dem Gegenüber eine latente Verknüpfung ins Privatleben herzustellen, so sprechen die Psychologen von einem „emotionalen Investment“, das sich in Geschäftsbeziehungen im besten Fall durch eine Berücksichtigung bei Beförderungen auszahlen kann
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