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Die Evolution des Büromenschen: Ein Gedankenexperiment

Die Evolution des Büromenschen: Ein Gedankenexperiment

Wer hat sich nicht schon einmal überlegt wie unsere (Büro-)Welt in der Zukunft ausschauen könnte. Wie werden wir leben? Wie werden wir aussehen? Die Frage ist nicht neu. Wir wissen anhand alter Postkarten, dass sich bereits im Jahr 1910 französische Künstler vorstellten, dass Menschen im Jahr 2000 per Videotelefonie miteinander kommunizieren können. Was damals wahrscheinlich völlig absurd anmutete, gehört heute zu unserem Alltag.

Wir von Viking, sitzen den ganzen Tag auf unseren Bürostühlen, Augen auf den Bildschirm gerichtet. Nun stellten wir uns die Frage, wie wohl der Büromensch der Zukunft aussehen wird und wie er arbeiten wird. Unsere Vorstellungen waren teilweise doch sehr skurril. Deshalb haben wir Zukunfts-Experten aus verschiedenen Bereichen um die Teilnahme an einem Gedankenexperiment gebeten und gefragt wie der (Büro-)Mensch der Zukunft wirklich aussehen könnte und wie dessen Arbeitsplatz gestaltet sein könnte. Wir führten Experten-Interviews mit dem posthumanistischen Philosoph Prof. Dr. Stefan Lorenz Sorgner, dem Futurologen Karlheinz Steinmüller und dem Soziologen Junior Prof.Dr. Sascha Dickel – Forschungsschwerpunkt zu technologischen Zukunftsentwürfen – geführt.

Posthumane mit gerader Wirbelsäule und grüner, kugelsicherer Haut

Alle unsere befragten Experten sind sich einig, dass die Posthumanen nicht komplett anders aussehen werden als wir heute, da viele Veränderungen eher subtil sein werden, bzw. nicht mit bloßem Auge erkennbar. Der Philosoph Prof. Dr. Stefan Lorenz Sorgner erklärte zu unserem Staunen im Interview, „dass die jedoch gravierendste visuelle Veränderung die Option der grünen Haut sei, so dass die Menschen Teile ihrer Nahrung mittels Photosynthese erhalten können. Auch die Möglichkeit der Modifikation der Hautfarbe besteht, um an spezielle Umwelten angepasst zu sein.“ Weiter erläutert er: „Aus einer Mischung von Spinnenseide und Hautzellen konnten eine holländische Künstlerin und ein US-Forscher bereits eine kugelsichere Haut herstellen, die künftig mittels Genmodifikationen die bekannte Haut ersetzen kann.“

Entgegen unserer Vermutung, dass der Posthumane eine c-förmige Wirbelsäule haben wird, da er so lange am Schreibtisch sitzt oder aufs Smartphone schaut und so mehr Platz für einen größeren Magen hat, erklärt der Futurologe Karlheinz Steinmüller: „Denkbar wäre, dass man den Menschen so umbaut, dass die Wirbelsäule gerade wird und nicht mehr s-förmig gebogen. So dass man sozusagen ererbte Unzulänglichkeiten des Homo Sapiens ausbügelt.“

Zukunftsmensch_Experten

Von Elektroden im Sehnerv und einem erweiterten Hörspektrum

Unsere Augen werden sich wohl nicht genetisch an die Anforderungen der Zukunft anpassen und größer werden, um die Computer-Bildschirme besser erfassen zu können. Unsere Experten gehen davon aus, dass es eher Augen-Implantate bzw. eine moderne Form von Kontaktlinsen geben wird, die uns direkt mit dem Internet verbinden „Das Umfeld erkennt an farblichen Lichtern, wann der Posthumane im augmented oder virtual mode ist.“ erklärt Philosoph Sorgner.

Interessant ist auch, dass der Futurologe Steinmüller davon ausgeht, dass in der Zukunft Dank Innenohrimplantaten, die Möglichkeit bestehen wird, „Klänge zu hören, die sich normalerweise außerhalb des menschlichen Hörspektrums befinden z.B. Ultraschall“.

Gehirn-Computer-Schnittstelle und zwischen den Fingern ein integriertes Smartphone

Hat der Posthumane unserer Fantasie Schwimmhäute zwischen den Zehen und zwischen den nur mehr drei Daumen und des eines Zeigefingers zum Tippen auf dem Smartphone, geht Steinmüller nicht davon aus, dass sich der Mensch genetisch dem Klimawandel anpassen wird. „Gewisse Schnittstellen werden vielleicht näher an den Menschen heranrücken. Die Entfernung heutzutage ist die, zwischen Fingern und Tastatur bzw. Smartphone, wird aber in Zukunft deutlich verkürzt, sodass die Schnittstelle mit dem Computer sich direkt im Gehirn befindet und Befehle per Gedanken gegeben werden können. Im Moment geht man davon aus, dass sich die Fähigkeit mit der Hand zu schreiben allmählich verliert und möglicherweise verliert sich ja auch die Fähigkeit zum Tippen.“

Zukunftsmensch_Laien

Dass das Smartphone künftig nicht mehr ständig ans Ohr gehalten werden muss oder die Augen bei Dauernutzung überstrapaziert werden, davon geht Prof.Dr. Sorgner aus. Geht es nach ihm, wird das Smartphone „künftig im Körper integriert sein, aus Sicherheitsgründen nicht sichtbar für die Außenwelt und da es dort leicht, unproblematisch und unauffällig einzufügen ist, wohl zwischen Daumen und Zeigefinger.“

Unsere Experten könnten sich weitere positive gentechnische Veränderungen vorstellen. So sagt Sorgner im Interview: „Unsere Empfindungsfähigkeit wird mittels entsprechender genetischer Eingriffe zur Nanonempfindungsfähigkeit. Wir können also nicht nur die Oberfläche eines Tisches, sondern ebenso dessen atomare Struktur wahrnehmen.“

Im Viking-Büro wurde die Meinung vertreten, dass die Menschen der Zukunft kürzere, schwächere, dreimal so dicke Beine haben werden. – Schwach da Fortbewegung nur noch automatisiert stattfindet und dicker um den fettleibigen Körper, der nur mehr von Fastfood genährt wird, und vor allem riesigen Bauch, stemmen zu kennen. Der Futurologe Steinmüller merkt jedoch an, dass Fettleibigkeit per se ja auch dem Schönheitsideal entsprechen könne und kulturspezifisch betrachtet werden solle. Jedoch geht er davon aus, dass die Gentechnik soweit entwickelt werden wird, dass man trotz Adipositas kerngesund sein kann.

Der Büroarbeitsplatz der Zukunft

Der Posthumane wird aller Wahrscheinlichkeit nach viel stärker mit der digitalen Welt vernetzt sein, als wir heute. Der Junior Prof.Dr. Dickel geht davon aus, dass der Posthumane permanent online sein wird und somit immer und überall in der Lage sein wird, zu arbeiten. „Das heißt, dass die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit wird in den Hintergrund treten, und das kann zweierlei bedeuten, entweder das Zuhause muss der Arbeitsplatz werden oder der Arbeitsplatz muss auch alle Annehmlichkeiten in der Freizeit auch erfüllen.“

Es könnte also auf eine Neudefinition der Bürowelt hinauslaufen. Wir von Viking stellen uns vor, dass die Büromenschen der Zukunft eher ins Büro gehen werden, um sich hermetisch abzuriegeln, ohne online zu sein, beispielsweise um eine Deadline einzuhalten. Ähnlich sieht das auch der Soziologe Dickel: „Vielleicht hat das Büro der Zukunft auch gleich einen Floating Tank wo man sich vollkommen abkoppeln kann und dort mit meditativen Bildern versorgt wird. Zu Hause hat man vielleicht nicht genau diese Möglichkeiten des absoluten Abschaltens. Also vielleicht können wir dann das auf dem Arbeitsplatz, was wir zu Hause nicht mehr können.“

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Wie stellen Sie sich die Bürowelt der Zukunft und die posthumanen Büromenschen vor? Wird das Büro eine bloße Projektion auf unserer Netzhaut sein oder werden wir wirklich ins Büro gehen, um offline zu sein? Diskutieren Sie doch darüber auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter.

Gewisse Schnittstellen werden näher an den Menschen heranrücken.
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