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Im Inneren des Sturmes – eine Personalberaterin berichtet

Im Inneren des Sturmes – eine Personalberaterin berichtet

Harvard-Studium, 24/7 erreichbar und keine Gehaltsvorstellungen – der perfekte Bewerber für einen Job sieht natürlich immer unterschiedlich aus und Kristin Pluntze von der Lighthouse Personalberatung hat über die PersonalberatungJahre eine Nase für die passende Kombination aus Bewerber und Job entwickelt. Die Geschäftsführerin der Personalberatung hat in dem Job bereits so einiges erlebt: von völlig wahnsinnigen Gehaltsvorstellungen hoffnungsvoller Bewerber, bis hin zum Wunsch nach den perfekten Modelmaßen der neuen Sekretärin. Im Interview hat sie uns mehr aus ihrem Alltag verraten.

Viking: Was macht man als Personalberaterin?

Kristin Pluntze: Wir beraten Bewerber und Unternehmen und bringen diese für eine langfristige Zusammenarbeit über einen Arbeitsvertrag zusammen. Klingt einfach – in der täglichen Umsetzung passieren jedoch viel unvorhergesehene Dinge, die unsere Aufgabe sehr abwechslungsreich machen, denn bis zur Einstellung des Kandidaten und vor allem dessen langfristige Bindung an das Unternehmen ist es ein weiter Weg. Immerhin arbeiten wir mit Menschen und nicht mit berechenbaren Maschinen. Dazu führen wir ausführliche Gespräche mit den Bewerbern, um zu verstehen, welcher Job für sie der richtige ist. Besonders interessant sind die Anforderungen, die neben der offiziellen Stellenausschreibung bestehen. So erfassen wir z.B. von der aktuellen Unternehmenssituation über die Denkweisen des Vorgesetzten bis hin zur Stimmung im Team, die Rahmenbedingungen und suchen nach dem Kandidaten, der dazu passt.

Viking: Hat sich der Arbeitsmarkt verändert, seitdem Sie den Job machen?

Kristin Pluntze: Die Grundaufgaben (nämlich die Vermittlung von Fach- und Führungskräften in ein Festanstellungsverhältnis in der Region Karlsruhe) ist die gleiche geblieben. Was sich ständig ändert sind die Rahmenbedingungen. Waren bis vor wenigen Jahren mehr Bewerber als Stellen „im Angebot“, hat sich (zumindest in einigen Branchen) das Blatt gewendet. Firmen suchen händeringend nach passenden Bewerbern. Dabei werden die Stellenanforderungen immer spezifischer, während die Bewerber immer wählerischer werden.

Sehr häufig bestimmt mittlerweile der Bewerber seinen passenden Arbeitgeber. Anpassungswillen und Kompromissbereitschaft sinken zunehmend. Arbeitgeber machen in diesem Zusammenhang im Bewerbungsprozess Zugeständnisse, deren Einhaltung im Arbeitsverhältnis unter Umständen schwer einzuhalten sind. Enttäuschte Erwartungen auf beiden Seiten und fehlende Einsicht für Belangen des anderen führen dazu, dass langfristige Arbeitsverhältnisse seltener werden.

Karriere

https://www.flickr.com/photos/124247024@N07/

Viking: Was war das Verrückteste, was Sie als Personalberaterin erlebt haben?

Kristin Pluntze: Interessante Begegnungen haben wir vor allem mit Bewerbern, die sich in ihrer eigenen Welt befinden. Dies wird an vielen Stellen deutlich:

  • Eingehende Anrufe, die während des Gespräches beantwortet werden
  • Überzogene Gehaltswünsche, die sich durch Hören-Sagen ergeben haben
  • Spektakuläre Kleiderwahl (vom schwitzenden Anzugträgern bei 40°C mit hochgeschlossenem Hemd und festgezurrter Krawatte bis hin zu Bewerbern, die sich zwar temperaturgerecht gekleidet haben, damit aber gleichzeitig sicher stellen, dass auch das intimste Piercing/Tattoo nun sichtbar ist)
  • Interessante Ansichten dazu, was ein Arbeitgeber alles an Zusatzleistungen bieten sollte, um als attraktiv wahrgenommen zu werden (Fitnessstudio im Bürogebäude oder Hundesitter für das eigene Haustier)

Firmenkunden mit interessanten Anforderungen sind der andere Aspekt unserer Arbeit. Meine Lieblingsgeschichte: Ein Geschäftsführer suchte eine Assistentin mit der Beschreibung „Blond muss sie sein!“ Die damals daraufhin von uns vermittelte brünette Bewerberin ist heute seine Frau mit der er gemeinsam ein Kind hat.

Viking: Gibt es sowas wie „die perfekte Karriere“?

Kristin Pluntze: Diese Frage stellt sich aus den oben genannten Rahmenbedingungen heute nicht mehr. Flexibilität ist das Zauberwort: sowohl inhaltlich als auch räumlich, zeitlich und finanziell. Dies erwarten sowohl die Bewerber von den Arbeitgebern als auch umgekehrt. Dabei soll ein roter Faden nicht verloren gehen. Noch immer ist der Umschwung im Lebenslauf von einem Fachgebiet auf das nächste schwierig.

Anzug

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Viking: Mythos „24 Jahre alt und mindestens 40 Jahre Berufserfahrung“ – was wollen Unternehmen tatsächlich von idealen Bewerbern?

Kristin Pluntze: Eine solide Ausbildung bzw. ein gut gemeistertes Studium und (bei entsprechendem Alter) darauf aufbauende Berufserfahrung sind ein guter Grundstein. Hinzu kommt Flexibilität (sowohl inhaltlich, räumlich, zeitlich und finanziell). Dicht gefolgt von Ideenreichtum und Mut – der einen dazu bringt, neugierig Prozesse zu hinterfragen und auch etwas neues auszuprobieren und das unabhängig von der Hierarchiestufe. Denn: „Wer nur das tut, was er schon kann, bleibt was er ist.“ Gerade das bedeutet jedoch Stillstand und damit Rückschritt in einer Zeit, die immer schnelllebiger wird. Wer jedoch offen ist für neue Ideen, sich einbringt und den Willen hat etwas zu erreichen und es damit vor allem sich selbst

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Ab jetzt verpassen Sie keine Bewerbungsfrist mehr, denn wir versorgen Sie mit Kalendern, Jahresplanern und Zeitplansystemen. Der nächste Job wartet bestimmt schon auf Sie

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Ein Geschäftsführer suchte eine Assistentin mit der Beschreibung „Blond muss sie sein!“
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