Das Viking Blog

„Am Fenster mit Blick auf’s Meer – das fetzt schon“ – Arbeiten und Leben wo es gerade gefällt

„Am Fenster mit Blick auf’s Meer – das fetzt schon“ – Arbeiten und Leben wo es gerade gefällt

Robert Krüger und Martin Foerster sind Softwareentwickler. Mit ihrem Unternehmen, der atroo GbR konzipieren und implementieren sie IT-Projekte von der Oberfläche bis hin zur Datenbank. Ihre Arbeit findet jedoch nur selten am heimischen Schreibtisch im brandenburgischen Siehdichum statt. Viel lieber beladen die studierten Informatiker ihr Auto mit ihrer gesamten Büroausstattung und fahren nach Rom oder fliegen mit ihrem Laptop nach Las Palmas. Wie ihr Arbeitsalltag als digitale Nomaden aussieht und welches Hilfsmittel sie immer dabei haben, verraten uns die beiden im Interview.

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Viking: Wie praktisch ist es unterwegs zu arbeiten?

atroo: „Wir hatten bereits in unseren Festanstellungen das Projektmanagement remote. Die Umstellung war also gar nicht allzu groß. Wie schon beschrieben, sind wir zuverlässig zwischen 9 Uhr und 16 Uhr für Kunden erreichbar und reagieren immer zügig auf Nachfragen, um die Kommunikation entspannt zu gestalten. Für Meetings nutzen wir ebenfalls das, was die Aufgabe gerade erfordert. Klassisch vom Telefon über Screen-Sharing via Team-Viewer, Skype und Google Hangouts – wir sind da für alles offen. Und sollte ein Projekt tatsächlich einmal unsere Anwesenheit vor Ort verlangen, dann ist das auch ein Vorteil unserer Ortsunabhängigkeit, denn wir können uns mit der Firma einfach zum Projektstandort bewegen. Wir sind da sehr flexibel.“

Viking: Seid ihr der Meinung, dass digitalisiertes Arbeiten die Arbeitsform der Zukunft ist?

atroo: „Durch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung ist es einfach möglich, dass Informationen und Ressourcen, die zum Arbeiten benötigt werden, orts- und zeitunabhängig zur Verfügung stehen. Das gilt zwar nicht für jedes Gewerbe , aber gerade in der IT-Welt passiert doch heute schon sehr viel asynchron über Mail und Remote über Skype. Ob Teams im Bürogebäude nebenan oder mehrere hundert km voneinander entfernt arbeiten, macht aus unserer Sicht höchstens einen psychologischen Unterschied. Es gibt mittlerweile schon einige große Firmen, die sich komplett ortsunabhängig aufgestellt haben. Github z. B. hat 250 Mitarbeiter, die von der ganzen Welt aus arbeiten. Da bewegt sich zurzeit schon einiges und es entstehen interessante Herangehensweisen an den Arbeitsalltag. Github nennt das z. b. „remote first“ – was dann auch bedeutet, dass Mitarbeiter, die am selben Firmenstandort arbeiten, trotzdem Chat-Software benutzen, die es auch entfernten Mitarbeitern ermöglicht, Projektentscheidungen und ‚Grundrauschen‘ mitzubekommen. Digitaler Flurfunk quasi.“

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Viking: Können digitale Nomaden in wirklich jedem Land arbeiten oder gibt es an einigen Orten auch Stolperfallen?

atroo: „Unsere Erfahrungen beziehen sich bisher nur auf europäische Länder. Wir benötigen auf jeden Fall schnelles, zuverlässiges Internet. Manch ländliche Region kommt daher leider nicht in Frage, auch wenn das mobile Internet bis jetzt überall sehr gut war. Ansonsten haben wir aber keine Einschränkungen erfahren, manchmal ist es entweder eine Frage von Kompromissen oder Einsatzbereitschaft. In Rom waren wir z. B. mit Auto inklusive einer vollen Büroausstattung unterwegs – externe Monitore, Laptops, Drucker und Verwaltungsunterlagen. Das wurde schwieriger, wenn wir per Flugzeug unterwegs waren. Aber ein wichtiger Tipp: Einen W-LAN-Repeater besorgen. Wir hatten an einigen Orten Probleme mit dem W-LAN, wo uns unserer Repeater bisher immer zuverlässig unterstützt hat.“

Viking: Was benötigt man eurer Meinung nach, um ein glückliches digitales Nomadenleben zu führen?

atroo: „Vor allem Freude an neuen Orten und Menschen. Es gibt Nomaden, die drei Jahre und mehr an ihren Orten bleiben oder stets zwischen zwei oder drei Städten pendeln. Da muss jeder selbst für sich rausfinden, was ihn glücklich macht. Kompromissbereitschaft aber auf jeden Fall – nicht jede Ferien- oder Zwischenmietwohnung entspricht immer vollumfänglich den eigenen Anforderungen. Es gibt schon einige Orte, wo sich viele digitale Nomaden tummeln. Zwei Beispiele sind Tarifa und Chiang Mai. Dort kann jeder in diesen Lebensstil hineinschnuppern und für sich feststellen, ob es das Richtige ist.“

Wer mehr über die Arbeit von atroo erfahren möchte, kann das hier tun. Bei Facebook sind die beiden Softwareentwickler übrigens auch.

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