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Business Success Interview: Lytt

Business Success Interview: Lytt

Es kann schwierig sein sensible Themen oder unangenehme Situationen im Unternehmen persönlich anzusprechen, vor allem, wenn es zum Beispiel um Mobbing oder Benachteiligungen geht. Dafür gibt es Lytt: Ein digitaler Assistent, mit dem Mitarbeitende ihrem Unternehmen sicher und anonym Feedback geben können. So können Unternehmen kulturelle Probleme ansprechen und auf lange Sicht ihre Mitarbeiter nachhaltig unterstützen.

Wir haben Geschäftsführerin Lara von Petersdorff-Campen interviewt.

Lytt-Founder

 

Viking: Wie würden Sie Ihre Karriere in drei Sätzen beschreiben?

Nach Arbeitserfahrungen bei verschiedenen Beratungen habe ich direkt aus dem Studium heraus mit Marvin Lytt gegründet. Ich arbeite gern selbstbestimmt und habe große Freude daran etwas zu schaffen, das einen nachhaltigen Mehrwert stiftet. Lytt stellt mich jeden Tag vor Herausforderungen, aber ich liebe die Arbeit in einem kleinen Team im Startup.

 

Viking: Wie ist die Idee, Lytt zu gründen, entstanden?

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass es als junge Frau im Berufsleben schwerfallen kann, unangenehme Situationen offen anzusprechen. Dann haben wir uns mit dem Thema Diskriminierung näher beschäftigt und untersucht, wie wir Unternehmen beim Aufbau von Strukturen unterstützen können, welche die Situation für Betroffene verbessern. Mitarbeitende sollten ohne Angst vor Benachteiligung in allen Situationen Hilfe erhalten können.

 

lytt-logo

 

Viking: Welche Hindernisse gab es dabei zu überwinden?

Eine unserer größten Herausforderungen war es, konzentriert und geduldig zu bleiben. Mein Mitgründer Marvin und ich sprudeln immer über vor Ideen und lieben es, Konzepte wieder auf über den Haufen zu werfen. So haben wir beispielsweise zu Beginn einen NLP-basierten Assistenten entwickelt, der technisch sehr raffiniert war. Tatsächlich waren wir aber in die klassische “over-engineering”-Falle geraten – für so eine Lösung war einfach noch kein Markt da. Also mussten wir ein paar Schritte zurückgehen, mit den Kunden sprechen und herausfinden, wie Lytt wirklich Mehrwert stiften kann.

 

Viking: Was war der bisher größte Erfolg Ihrer Karriere?

Mit Lytt konnten wir ein Stipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Europäischen Sozialfonds ergattern. Darüber hinaus konnten wir viele renommierte Partner für unser Projekt gewinnen. Dazu gehören Christine Lüders, ehemalige Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sowie weitere Unternehmensvertreter der Boston Consulting Group oder der internationalen Anwaltskanzlei Bird & Bird.

Darüber hinaus sind wir erst seit wenigen Monaten auf dem Markt und haben bereits namhafte Kunden wie die Bertelsmann Stiftung gewonnen. Ich freue mich aber genauso über die vielen positiven Rückmeldungen von Betroffenen und Mitarbeitenden, die uns oft sagen: Genau so eine Lösung würde mir in einer schwierigen Situation weiterhelfen.

 

Lytt onboarding-DE

 

Viking: Was ist Ihr Lieblingsbüroartikel, auf den Sie nicht mehr verzichten könnten?

Definitiv meine noise-cancelling Kopfhörer: Damit kann ich immer und überall abtauchen und ungestört arbeiten. Ob im Großraumbüro mit vier anderen Teams oder im Zug auf dem Weg zum Kundentermin, auf die Dinger ist immer Verlass.

 

Viking: Wer ist Ihr Business-Vorbild und warum?

Tina Müller, die CEO der Douglas Group, beeindruckt mich mit ihrem untrüglichen Gespür für Digitalisierung, Marketing und Trends sowie wie mit ihrer klaren Haltung zum Thema Frauenförderung. Douglas ist ein schönes Beispiel dafür, wie Unternehmen innovativer und erfolgreicher sein können, wenn sie Wert auf Diversität legen.

 

Viking: Wie schalten Sie nach einem Arbeitstag ab?

Ich entspanne am liebsten bei einer Runde Yoga. Nachdem ich den ganzen Tag zu viel am Schreibtisch gesessen habe, löst Yoga meine Verspannungen und gibt mir die nötige Konzentration für neue Herausforderungen.

 

Viking: Welchen Ratschlag würden Sie jemandem geben, der sich mit einer Idee selbstständig machen möchte?

Nichts ist sicher, bevor du nicht mit mindestens 100 Kunden gesprochen hast.

 

Viking: Welche Zukunftspläne gibt es für Lytt?

Mit Lytt wollen wir Mitarbeitenden weltweit eine Stimme geben. Dafür müssen wir Unternehmen davon überzeugen, wie stark sie von einer Vertrauenskultur profitieren und dürfen dabei gleichzeitig die Bedürfnisse von Betroffenen nie aus dem Blick verlieren. Um Konflikte nachhaltig zu lösen, brauchen wir außerdem mehr als einen digitalen Assistenten: Lytt möchte Unternehmen in Zukunft auch durch Coaching- und Mediationsangebote sowie Workshops zu Diversity-Themen unterstützen.

 

Viking: Vielen Dank für das Interview.

 

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Mitarbeitende sollten ohne Angst vor Benachteiligung in allen Situationen Hilfe erhalten können.
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