Das Viking Blog

Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte – Teil 5

Dinge, die ich gerne in der Schule gelernt hätte – Teil 5

Bewerbungen

Die letzten Klausuren sind geschrieben, die Abschlussfahrt nach Lloret de Mar ist mit feinstem Sonnenbrand überlebt und die Namen der Lehrer sind im Prinzip schon so gut wie vergessen – irgendwann ist die Schulzeit vorbei und spätestens jetzt geht es ans Bewerbungen schreiben. Was theoretisch vielleicht noch einfach klingt, sorgt in der Praxis allerdings gerne mal für Frustration, denn besonders ein Anschreiben braucht Zeit und viel Geduld. Sitzt man dann auch noch das allererste Mal vor der Aufgabe, kann einen schnell der Mut verlassen. Aber keine Sorge, in unserer Reihe „Ding, die ich gerne in der Schule gelernt hätte“ klären wir dieses Mal

Foto Franz Bauer

Franz Bauer

zusammen mit Bewerbungscoach Franz Bauer die wichtigsten Fakten zum Thema Bewerbungen. Denn wenn das erst mal geklärt ist, dann ist nur noch ein kleiner Schritt zum ersten eigenen Gehalt – und das fühlt sich dann richtig gut an. Also bereitet schon mal die Shopping-Wunschliste im Hinterkopf vor, denn wir verraten, wie ihr gute Chancen auf einen Job habt.

Viking: Woraus besteht die klassische Bewerbung?

Franz Bauer: Bei einer klassischen Bewerbung sollten folgende Dokumente in einer so genannten Bewerbungsmappe zusammengefasst werden:

  • Deckblatt
  • Bewerbungsschreiben (= Anschreiben)
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse (Zeugnis der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, Dienstzeugnisse)
  • 3. Seite (= Motivationsschreiben)

Das Layout ist Geschmackssache und soll einfach zur eigenen Person und zur Branche passen, in der man sich bewirbt. Alle Dokumente werden dann am Besten als eine PDF-Datei verschickt. Wichtig ist auch darauf zu achten, welche Unterlagen im Inserat gewünscht werden. Steht eine Kennnummer/Referenznummer im Inserat, dann diese unbedingt im „Betreff“ angeben.

Die Mailadresse sollte aus Vorname.Zuname@Provider.de bestehen, das wirkt wesentlich besser als hasi@proivder.de. In den Mailtext braucht man nur kurz schreiben, dass man im Anhang die Bewerbungsunterlagen sendet und für Rückfrage telefonisch (Telefonnummer angeben!) zur Verfügung steht. Die Bewerbungsunterlagen sind die “Eintrittskarte” in das neue Unternehmen, daher muss darin alles enthalten sein, damit die Personaler leicht entscheiden können, ob man für den Job geeignet ist oder nicht.

 Infografik Bewerbungen

Viking: Was sind die wichtigsten Fragen, die im Bewerbungsschreiben beantwortet werden müssen?

Franz Bauer: Folgende Fragen sollten definitiv in einem Bewerbungsschreiben geklärt werden:

  • Bringe ich die richtigen Qualifikationen (Schule, Lehre, Studium, …) für die neue Stelle mit?
  • Habe ich die passende Berufserfahrung? Dazu kurz konkrete Beispiele anführen.
  • Welche Charaktereigenschaften (z. B. analytische Fähigkeiten) habe ich, die wichtig sind für die Stelle und wo habe ich diese Eigenschaften schon gezeigt (im Beruf, in der Schule, beim Sport, …)?

Viking: Spielen Facebook, Instagram und Co. eine Rolle bei Bewerbungen?

Franz Bauer: Facebook & Co spielen eine immer wichtigere Rolle bei Bewerbungen. Einerseits können Jobs in diesen Medien gesucht werden, andererseits kann man mit den diversen Profilen sich für potenzielle Arbeitgeber interessant machen. Immer mehr Firmen schreiben offene Stellen z.B. in Facebook oder Twitter aus bzw. verlinken von dort auf ihre Karriereseiten auf der Firmenwebseite. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Gruppen in Facebook, wo verschiedenste Jobs ausgeschrieben werden, vom geringfügigen Gelegenheitsjob bis hin zu hochqualifizierten Stellen in internationalen Konzernen. Ein regelmäßiges Beobachten, was sich in diesen Gruppen und auf den verschiedenen Profilen der Firmen abspielt, kann zu tollen Jobs führen.

Social Media Plattformen

https://www.flickr.com/photos/smemon/

Immer häufiger suchen Personaler oder Headhunter auf den verschiedenen Plattformen nach guten Kandidaten für ausgeschriebene Stellen. Den eigenen Namen hin und wieder zu googeln kann nicht schaden, damit man weiß, was andere über einen herausfinden können.

Als Bewerber muss man sich dann aber auch möglichst gut für suchende Firmen präsentieren. In hauptsächlich beruflich genutzten Seiten wie XING oder LinkedIn genauso, wie in Facebook oder Instagram. Man sollte sich die Privatsphäre-Einstellungen sehr gut anschauen. Will man sich dem potenziellen Arbeitgeber mit Fotos von Partys in Sauflaune zeigen oder wie man sich halb nackt am Strand vergnügt? Radikale politische Ansichten oder Beschimpfungen des Arbeitgebers in Social Media haben schon zu Kündigungen geführt! Außerdem vergisst das Internet nie! Ein gepostetes Foto kann jederzeit von jemand anderem kopiert und weiterverteilt werden, dann hilft es nichts, wenn man es selbst in seinem Profil löscht. Cyberstalking ist weit verbreitet und kann einem sehr große Probleme bereiten.

Viking: Welche Anfängerfehler sollte man in der Bewerbungsphase vermeiden?

Franz Bauer: Bewerbungen schreiben macht viel Arbeit und kostet auch viel Zeit. Das verleitet leicht dazu ein einmal geschriebenes Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf immer wieder zu verwenden. Aber solche “Standardbewerbungen” fallen einem geübten Personaler sofort auf und führen dann schnell zu Absagen. Daher ist es wichtig jedes Bewerbungsschreiben immer wieder möglichst genau auf das jeweilige Inserat anzupassen, dadurch steigen die Chancen für Einladungen zu Bewerbungsgesprächen gewaltig. Es macht viel Arbeit, aber es lohnt sich!

https://www.flickr.com/photos/eveos/

https://www.flickr.com/photos/eveos/

Wir leben in einer Welt, wo der erste Eindruck sehr wichtig ist. Ein gutes Bewerbungsfoto ist dabei von ganz besonderer Bedeutung, um einen guten ersten Eindruck zu machen. Daher sind Urlaubsfotos und Schnappschüsse von der letzten Party als Bewerbungsfoto absolut tabu! Auch mit dem Smartphone fotografierte Zeugnisse oder Zertifikate machen einen sehr schlechten Eindruck, daher unbedingt einen guten Scanner benutzen.

Rechtschreib- und Grammatikfehler zeugen davon, dass man schlampig und ungenau arbeitet und die Bewerbung nicht ernst nimmt. Das führt dann schnell dazu, dass man aus dem Bewerbungsprozess ausscheidet. Macht man einen Flüchtigkeitsfehler, dann sollte man sich deswegen keine allzu großen Sorgen machen, das verzeihen die meisten Personaler.

“Ich, ich, ich” sollte so weit wie möglich vermieden werden. Stellen Sie in den Mittelpunkt Ihrer Bewerbungsunterlagen, was aus Sicht der neuen Firma das Wichtigste ist, was Sie mitbringen. Schreiben Sie lieber darüber, wie Sie die Firma unterstützen können, mit welchen Qualifikationen und praktischen Erfahrungen Sie der Firma helfen können.

Viking: Wo gibt es Hilfe, wenn man bei Bewerbungen/dem Vorstellungsgespräch unsicher ist?

Franz Bauer: Das Internet ist voll mit nützlichen Seiten rund um das Thema Bewerbung, dort gibt es auch viele Vorlagen zum Herunterladen. Es gibt auch viele Berater/Coaches, die ihre Hilfe anbieten. Wenn man sich einen Berater aussucht, dann ist es sehr wichtig, darauf zu achten, dass er/sie auf das Thema Bewerbung spezialisiert ist.

Infografik Bewerbungen

—————————————

Damit die Bewerbungsunterlagen auch vollständig und im ganzen Stück beim Unternehmen ankommen, haben wir Briefumschläge mit Luftpolster- und Papierpolstertaschen für Sie.

Für noch mehr Informationen rund um Büro und Arbeit schauen Sie doch mal auf unserer Facebook-Seite oder bei uns auf Twitter vorbei.

Die Bewerbung hat geklappt und das Vorstellungsgespräch soll über Skype stattfinden? Kein Problem, wir haben Tipps für die erfolgreiche Durchführung.

Will man sich dem potenziellen Arbeitgeber mit Fotos von Partys in Sauflaune zeigen oder wie man sich halb nackt am Strand vergnügt?
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestGoogle+Share on LinkedIn

Comments are closed.