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Business Success Interview: Mirko Sander, Barcode Deutschland

Business Success Interview: Mirko Sander, Barcode Deutschland

Unternehmer, die ihre Produkte bei Amazon & Co. verkaufen wollen, brauchen eine European Article Number (EAN). Der 13-stellige Code, auch als Strich- oder Barcode bekannt, dient der Identifizierung der Lieferanten und der internen Artikelbestimmung. Mirko Sander ist Gründer von Barcode Deutschland. Beim Start-up mit Sitz in der Künstlerkommunität Röhrsdorf in Sachsen können Kunden problemlos online EAN Nummern kaufen und sofort nutzen.

Mirko Sander Barcode Deutschland

Mirko Sander

Viking: Wie würden Sie Ihre Karriere in drei Sätzen beschreiben?

Eher kontinuierliche Evolution als geplante Entwicklung. Ich habe meine Karriere im Non-Profit-Bereich begonnen und danach in verschiedenen leitenden Positionen in der Privatwirtschaft gearbeitet. Irgendwann ergab sich die Gelegenheit, mein eigener Chef zu werden. Die vorhergehenden Stationen haben mich darauf vorbereitet.

Viking: Wie ist die Idee, Barcode Deutschland zu gründen, entstanden?

Mit der Geburt unserer beiden Töchter war für meine Frau und mich klar, dass ich mehr Zeit zuhause verbringen will und mehr Flexibilität haben möchte, um für meine Kinder da zu sein. Ein Freund aus Neuseeland leitete mir eine E-Mail weiter, wonach die dort ansässige internationale Verwaltung der EAN-Nummern einen Vertriebspartner in Deutschland suchte. Zuerst war ich sehr skeptisch und dachte, das sei so ein Scam, wie sie manchmal von angeblichen nigerianischen Prinzen verschickt werden. Doch dann habe ich mich damit beschäftigt und gesehen, dass es hier wirklich eine Marktlücke gibt, weil die anderen Anbieter von EAN-Nummern meist im Ausland sitzen und wenig Kenntnis der deutschsprachigen Kunden mitbringen. Die wollen alles ganz genau wissen, bevor sie etwas kaufen, und haben viele Fragen. Deshalb setzen wir bei Barcode Deutschland stark auf einen guten Kundendienst und Beratung vor und nach dem Kauf. Es war jetzt nie mein Traum, einmal Barcodes zu verkaufen, aber ich hat sich so ergeben und ich kann davon meine Familie ernähren und sogar zwei Mitarbeiter einstellen. Das Gute ist, dass ich den Online-Shop von überall betreiben kann. Deshalb sind wir vor zwei Jahren aus Hamburg weggezogen und leben jetzt mit befreundeten Familien in einem alten Schloss in Röhrsdorf.

 

 Viking: Welche Hindernisse gab es dabei zu überwinden?

Meine Frau und ich haben am Anfang entschieden, dass die Firmengründung finanziell getrennt von der Familie sein soll, sodass wir nur mit dem Firmenvermögen haften, falls etwas schief geht. Deshalb haben wir eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG) gegründet. Das größte Hindernis dabei war, alle erforderlichen Informationen zu beschaffen. Damals waren diese noch nicht so leicht erhältlich wie heute. Mit dem, was ich heute weiß, könnte ich in wenigen Minuten eine UG gründen.

 

Viking: Was war der bisher größte Erfolg Ihrer Karriere?

Der größte Erfolg bisher für mich ist es, dass ich mich nicht um das Tagesgeschäft zu kümmern brauche, weil der Prozess der Online-Bestellungen, Auslieferung der EAN-Codes und Rechnungserstellung weitgehend automatisiert ist. So kann ich meine Zeit flexibel einteilen und mich ehrenamtlich engagieren sowie für neuen Projekte. Wir haben viel mit Unternehmensgründern zu tun, die gerade anfangen, auf Amazon oder eBay Ihre Produkte zu verkaufen. Es ist schön, zu sehen, wie diese Gründer auch mit Hilfe unserer Beratung Erfolg haben. Eine ältere Dame, die in Schottland lebt, kann dank EAN-Nummer ihre Souvenirs und Geschenkartikel in Einzelhandelsgeschäften platzieren konnte. Einige dieser Erfolgsgeschichten haben wir auf unserem Blog aufgeschrieben.

 

barcode - Copy

 

Viking: Was ist Ihr Lieblingsbüroartikel, auf den Sie nicht mehr verzichten könnten?

Ich verwende die üblichen Archivierungssysteme und richte mich nach den Sortiersytemen, die bewährt sind. Bei Büroartikeln investiere ich in Qualität, egal ob es um einen Locher geht oder um einen Drucker. Am Anfang hatte ich einen Billigdrucker und es hat mich nur Zeit gekostet.

 

Viking: Wer ist Ihr Business-Vorbild und warum?

 

Steve Jobs – auch wenn das nicht besonders originell ist. Aber er hat es geschafft, das Produkte nicht nur nützlich sind, sondern auch schön. Seinen Perfektionismus finde ich inspirierend.

 

Viking: Wie schalten Sie nach einem Arbeitstag ab?

Ich gehe durch die Tür meines Home-Office und bin bei meiner Familie.

 

Viking: Welchen Ratschlag würden Sie jemandem geben, der sich mit einer Idee selbstständig machen möchte?

Einfach mal anfangen. In Deutschland muss niemand auf der Straße leben, wenn ein Geschäft pleitegeht, es gibt ein soziales Netz, insofern kann man sich ruhig trauen. Außerdem empfehle ich, von Anfang an auf gute Kundenbetreuung zu setzen. Es gibt zwar billigere Anbieter als uns, aber die Kunden bleiben uns treu, weil sie wissen, bei uns können sie immer anrufen.

 

Viking: Welche Zukunftspläne gibt es?

Wir wollen demnächst in die Schweiz expandieren, nachdem wir bereits erfolgreich in Österreich vertreten sind, mit österreichischem Kundendienst. Und es gibt eine neue Geschäftsidee: Vor einiger Zeit habe ich angefangen, Bier zu brauen. Wir sind gerade dabei, im Schloss eine kleine Brauerei zu gründen und wollen Leute einstellen, die sonst nicht so leicht einen Job finden würden. Bier brauen kann jeder lernen. Außerdem hat die einzige Brauerei des Ortes zu DDR-Zeiten dicht gemacht und wir wollen diese Tradition wiederbeleben.

 

Viking: Vielen Dank für das Interview.

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Einfach mal anfangen. In Deutschland muss niemand auf der Straße leben, wenn ein Geschäft pleitegeht, es gibt ein soziales Netz, insofern kann man sich ruhig trauen.
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