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Ist Privatsphäre ein Luxusgut im Büro?

Ist Privatsphäre ein Luxusgut im Büro?

Sie gucken nach links und rechts und da sitzt jeweils ein Mitarbeiter und telefoniert lautstark. Sie gucken nach vorne und – Sie erraten es sicher schon – dort sitzt ein Kollege und summt bei jedem Lied im Radio mit. Konzentration fällt in so einer Umgebung manchmal schwer, trotzdem setzen immer mehr Firmen für die meisten Ihrer Mitarbeiter auf Großraumbüros. Die Argumentation ist, dass in so einer Umgebung Teamwork und Kreativität gefördert werden, Hierarchien flach gehalten werden und Kollegen mal eben schnell auf dem kurzen Dienstweg Dinge besprechen können. Was aber, wenn so ein Arbeitsplatz so gut wie keine Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre bietet und eher Stress als andere Dinge fördert? Häufig sind es nur die Mitarbeiter an der Firmenspitze, die noch in den klassischen Einzelbüros sitzen und auch mal die Tür zu machen können. Ist Privatsphäre und Ruhe auf der Arbeit inzwischen zum Luxusgut geworden?

 

https://www.flickr.com/photos/45909111@N00/

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Gucken wir uns zuerst einmal die Zahlen an, die Forscher bei einer großen Büroumfrage herausgefunden haben: Ein typischer Mitarbeiter, nennen wir ihn Frank, arbeitet in einem Großraumbüro und wird durchschnittlich alle 11 Minuten von irgendetwas oder irgendwem unterbrochen. Das bringt Frank jedes Mal so aus dem Konzept, dass er etwas Zeit braucht, um wieder in seine Aufgaben reinzukommen – bis zu 23 Minuten kann es dauern, bis man wieder ganz konzentriert bei seiner Arbeit ist. Na, sehen Sie schon den Fehler? Richtig. Wenn man über zwanzig Minuten braucht, um sich wieder auf seine Aufgabe zu konzentrieren, aber alle 11 Minuten unterbrochen wird, dann wird das nie etwas mit der vernünftigen Konzentration. Etwas mehr Ruhe dürfte man da in einem Einzelbüro haben, denn besonders wenn die Tür geschlossen ist, überlegen sich die Kollegen Peters und Kruse doch eher zweimal, ob Sie kurz auf einen Plausch reinkommen. Tatsächlich scheint Privatsphäre im Büro ein gewisser Luxus zu sein, den man sich erst verdienen muss. Denn Studien bestätigen, dass je weiter unten ein Mitarbeiter in der Hierarchie steht, desto weniger wird auf die individuellen Ansprüche dieses Angestellten eingegangen. Und unter diese Ansprüche fällt nicht selten auch Privatsphäre.

Der Wunsch nach Ruhe und einer kurzen Pause von den Kollegen ist allerdings kein Ausdruck von Überforderung oder dem Gefühl, dass einen alle nerven. Vielmehr ist es schlicht und einfach die menschliche Natur, die einen dazu führt, dass man sich nach einem längeren Zeitraum inmitten von vielen Menschen nach Ruhe und einem Rückzugsort sehnt.  Die Zeit, die alleine verbracht wird, ist wichtig für jede Einzelperson, denn dadurch bauen sich Stress und Druck ab und man sammelt wieder Energie. Befragte Arbeitnehmer einer Studie gaben zu 95% an, dass Sie sich dringend private und ruhige Bereiche zum Arbeiten wünschen, aber nur rund die Hälfte dieser Befragten hat nach eigenen Angaben auch tatsächlich die Möglichkeit dazu auf Ihrer Arbeitsstelle.

Privatsphäre im Büro (1)

Kleinere Büros oder sogar Einzelbüros helfen nicht nur dabei, zwischendurch wieder neue Energie zu tanken, sondern Sie sind auch nachweislich besser für die Gesundheit. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin liegt der optimale Lärmpegel, dem ein Mitarbeiter im Büro ausgesetzt werden sollte, bei ungefähr 30 dB(A) und das ist in Großraumbüros nicht umsetzbar. In Einzelbüros findet man dagegen viel eher den idealen Lärmpegel, da hier weniger Lärmquellen von außen auf den Mitarbeiter einwirken. Aber nicht nur die Ohren haben auf der Arbeit einiges auszuhalten, denn auch das Stresslevel im Körper findet volle Büros nur mäßig gut. Mitarbeiter in Großraumbüros produzieren zweimal so viele Stresshormone, wie die Kollegen in Einzelbüros. Das liegt an den menschlichen Urinstinkten, denn es fehlt im Großraumbüro, so seltsam es auch klingen mag, das eigene Revier, wodurch wir uns eingeengt fühlen. Mein Tanzbereich und dein Tanzbereich- Sie erinnern Sich?

 

https://www.flickr.com/photos/wiertz/

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Diese Dauerbelastung, auch wenn man sie vielleicht gar nicht unbedingt bewusst wahrnimmt, steigert das Krankheitsrisiko. Mit anderen Worten, während die Kollegen in Einzelbüros noch fröhlich durch die Gegend hüpfen, schlurfen Sie schon völlig fertig mit einer Taschentuchspur hinter Ihnen durch die Gänge.

Inwieweit Privatsphäre auf der Arbeit ein Luxusgut ist, hängt sicherlich auch immer von den jeweiligen Firmen und auch dem Verhalten der Kollegen ab. Aber für alle, die mit der Aufteilung in Ihrem Büro, wie auch immer diese aussehen mag, nicht so glücklich sind, kommt hier ein kleiner Lichtblick: In den kommenden Jahren wird sich, prognostizieren die Experten, Heimarbeit voraussichtlich immer mehr durchsetzen. Bald könnten Sie also in Jogginghose auf der Couch Ihre Arbeit erledigen – und mehr Privatsphäre geht ja nun wirklich nicht.

 

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Ein typischer Mitarbeiter in einem Großraumbüro und wird durchschnittlich alle 11 Minuten von irgendetwas oder irgendwem unterbrochen.
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